Ausbruch des Laacher See-Vulkans
Im Museum haben wir an einer interaktiven Führung teilgenommen, bei der wir vieles über Vulkanausbrüche und ihre Folgen lernten. Zu Beginn der Führung erlebten wir in einer Animation den Ausbruch des Laacher See-Vulkans in einem Film, wie er sich vor 13.000 Jahren ereignet hat. Es zischte, grollte, rumpelte, der Boden vibrierte, Asche und Gestein flog auf die Zuschauer zu, als die Eruptionswolke in die Höhe schoss. Dies war sehr beeindruckend. Der Laacher See-Vulkan, der nur 5 km vom Museum entfernt ist, hat das Land in seiner Umgebung mit einer mehrere Meter dicken Bimstuffschicht überdeckt Die Vegetation .wurde dabei im Umkreis von 20 km total zerstört. Glut-wolken schossen die Täler entlang bis in den Rhein und stauten ihn auf. Dadurch kam es dort zu Überschwemmungen. Nach ca. 1 Woche war der Ausbruch zu Ende, die Magmakammer war leer, so dass die Gesteinsdecke über der Magmakammer einbrach. Es entstand ein Kessel mit einem Durch-messer von 2 km, der heute mit Wasser gefüllt ist und den Laacher See bildet.
Vulkanwerkstatt:
In der Vulkanwerkstatt, im 1. Stock des Museums, gab es ziemlich viel zu sehen, eine Menge von Informationen zu gefährlichen Vulkanen der Erde, zu Erdbeben und zu den Bewegungen der Kontinente. Hier konnten wir an verschiedenen Stationen experimentieren und erfahren, wie dick die Erdkruste unter Ozeanen und Kontinenten ist, wie die vulkanische Asche vom Laacher See-Vulkan durch den Wind in den oberen Schichten der Atmosphäre bis nach Schweden transportiert wurde, wie sich Vulkangesteine unterscheiden und aus welchen Mineralien Vulkangesteine bestehen. Hier gibt es vor allem Basalt (graue Farbe) und hellen und dunklen Bims, der aus kleinsten Luftbläschen besteht und daher sehr leicht ist.. Bims ist „erstarrter Lavaschaum“.
Wir erfuhren, dass der im Laacher See versteckte Vulkan noch immer aktiv ist, denn der Ausbruch liegt erst 13.000 Jahre zurück und außerdem werden im See aufsteigende Gasblasen registriert, die aus einer Magmakammer durch Erdspalten entweichen. Während Pessimisten den erneuten Ausbruch bereits in etwa 500 Jahren vermuten, hoffen Optimisten auf einen Ausbruch in erst 1000 Jahren. In einer Fernsehdokumentation wurde uns ein zukünftiger erneuter Ausbruch des Vulkans vorgeführt. Sie zeigte, dass eine Beeinträchtigung des Alltags bis in den Rhein-Main-Raum und bei Westwind auch bis nach Gießen erfolgen würde. Ascheregen würden bis in einen Umkreis von über 100 km Entfernung zu Verkehrsbehinderungen führen. In unmittelbarer Umgebung müssten Evakuierungen vorgenommen werden.
Felsenkeller (Vulkankeller):
Der „Vulkankeller“ ist ein ca. 8 Meter hoher Raum mit einer Größe von ca. 3 Quadratkilometern, der sich 32 Meter unter einemTeil von Mendig befindet. Die Größe entspricht der Ausdehnung von 380 Fußballfeldern. 152 Stufen führten uns hinunter in diese Unterwelt. Man führte uns über 1 Stunde durch atemberaubende Gänge und Hohlräume von etwa der Größe nur eines Fußballfeldes, was sehr beeindruckend war.
Man erklärte uns, dass der „Vulkankeller“ durch Untertageabbau eines Lavastroms entstanden ist. Mühlsteine zum Mahlen von Getreide wurden hier bis vor 100 Jahre von Mendiger Bürgern in Schwerstarbeit aus den Basaltsäulen scheibenweise herausgearbeitet. Um an den Basalt zu kommen, musste man zunächst die ca. 20 Meter dicke Bimsschicht, die vom Laacher See-Vulkanausbruch stammte, wegräumen. Diese Arbeit wurde von Frauen und Kindern durchgeführt. In dem nun freiliegenden Basaltstrom konnten sich die Männer als Steinhauer (Layer genannt) in die Tiefe vorarbeiten, um von dort die Basaltsäulen zu bearbeiten. Mit Hilfe von Pferden und Seilwinden wurden die Steine zur Erdoberfläche hoch gezogen.
Im oberen Teil des Lavastroms befinden sich klein- und dünnsäuliger Basalt. Er wurde nicht abgebaut und bildet die Decke des unterirdischen Raumes. Der Boden besteht aus plattigen Basalt-steinen, auch sie wurden nicht genutzt. Die dazwischen stehenden bis 2 Meter dicken Säulen waren besonders wertvoll für Mühlsteine. Sie wurden über den Rhein in viele Teile Europas exportiert.
Seit dem 19. Jhd. wurden die Hohlräume auch zur Biergärung und -lagerung von verschiedenen Brauereien des Ortes benutzt. Heute wird der Hohlraum unter Mendig von zahlreichen Fleder-mäusen aufgesucht. Er ist das größte Fledermaus-Winterquartier in Nordwest-Europa.
Wanderung um den Laacher See:
Nach diesem spannenden Teil fuhren wir zum Laacher See und machten in kleinen Gruppen mit den Lehrern eine Wanderung fast um den gesamten See. Entlang des Weges, der meist am Ufer entlang führte, waren Lehrtafeln aufgestellt, von denen wir etwas über den See, verschiedene Gesteinsarten und sonstiges zur Landschaft erfahren haben. Teilweise regnete es sehr stark, was die Bearbeitung der Lehrtafeln sehr stark einschränkte.
Der Laacher See liegt in einer Vertiefung, die von allen Seiten von Hügeln umgeben ist, ähnlich dem Boden eines Kessels. Der Kessel des Laacher Sees entstand als vor ca. 13000 Jahren nach der Entleerung der Magmakammer, wodurch die ehemelige Oberfläche einbrach. Dabei sind alte Gesteins-schichten, erkaltete Lavaströme und Schlackeschichten zerstört wurden. Man kann sie noch heute am Ufer des Laacher Sees erkennen, also dort, wo der Boden nicht abgesackt ist. Hier gibt es einige Felsen aus Tonschiefer (300 Millionen Jahre alt), Basalt und Schlacke (einige 100000 Jahre alt). Darüber fanden wir Bimsgestein, das vom Ausbruch des Laacher-See Vulkans stammt. Bims ist ein Lockergestein. Es besteht aus kleinen und größeren bis faustgroßen abgerundeten Steinen und ist so leicht, dass es im Laacher See schwimmt. Bims besteht zum größten Teil aus Luftbläschen, die von einer feinen Haut aus erkalteter Gesteinsschmelze umgeben ist, und entsteht, wenn gasreiche Magma während des Ausbruchs entgast und aufschäumt. Ähnliches sehen wir beim Öffnen einer Sektflache oder einer geschüttelten Sprudelflasche. An einigen Stellen waren am Ufer des Sees aufsteigende Gasblasen zu erkennen. Diese bestanden aus Kohlendioxyd, ein vulkanisches Gas, das aus der unter der Osteifel liegenden Magmakammer stammt. Der Gasaustritt machte uns deutlich, dass unter den Wassermassen noch immer Magma aufsteigt. Wir erkannten, dass die vulkanische Aktivität ist noch nicht erloschen ist, sondern lediglich ruht. Die Situation soll daher derzeit völlig ungefährlich sein, erst bei wesentlich stärkerer Gasproduktion und vor allem bei Feststellen von Schwefeldioxyd wird die Lage problematischer.
Um ca. 16.00 Uhr erreichten wir die Busse auf dem Parkplatz Maria Laach, die uns nach einer zweistündigen Fahrt wieder nach Gießen brachten.
Weitere Informationen unter:
Lava-Dome
Vulkanpark
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