
Jugendoffizier Frank Schmidt

"Bei Frauen sind lange Haare o.k.!"

Alle sind ganz Ohr und das bis
zum
Ende
- man mag es kaum glauben ;-)

Die Aftershow. Jungoffizier Schmidt ist
noch nach dem Vortrag bemüht, alle
Fragen zu beantworten.
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Die Bundeswehr kann für junge Menschen mehr sein, als ein Leiden, das man, wenn denn der Moment im Leben gekommen ist, mehr übel als wohl über sich ergehen lassen muss. Sie eröffnet berufliche Perspektiven und bietet gute bis sehr gute Studienbedingungen für jene, die sich für eine militärische Laufbahn entscheiden. Dass diese Entscheidung gleichwohl bedeutet, sich nicht nur für den Dienst am Vaterland-, sondern auch für den Dienst an der Waffe zu entscheiden, darüber ließ der aus Wetzlar stammende Jugendoffizier Frank Schmidt die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 zu Beginn seines etwa 90minütigen Vortrages keineswegs im Unklaren und wusste sich auch sonst mit zuweilen selbstironischen Kommentaren und Anekdoten vom Ruch des klischeehaften Menschenfängers in glitzernder Uniform zu befreien, der – wie wir es aus US-amerikanischen Filmen kennen – vor einer Einkaufspassage die Uninspirierten und Arglosen deren Eintrittskarten für den nächsten Krieg unterschreiben lässt.
Nein, neben wertvollen Informationen, wie man seinen beruflichen Werdegang, sein Studium aber auch Leistungssport oder musikalische Profession in Obhut der Bundeswehr vorantreiben kann, lieferte Schmidt auch jenen – vornehmlich männlichen – Dreizehnklässlern Ratschläge, die den Dienst an der Waffe tunlichst umgehen möchten und bewegte sich dabei zuweilen und mit Augenzwinkern auch in etwas abwegige Gefilde.
Neben diesen Beiträgen zur Studien- und Berufswahlorientierung bot der Referent zudem Einblicke in die Entwicklung der Geschlechterfrage innerhalb der Bundeswehr und erörterte Sinn und Schwächen der gegenwärtigen Durchführungs-praxis der Wehrpflicht angesichts sinkender Zahlen wehrfähiger junger Menschen im Spannungsfeld zwischen Wehrgerechtigkeit und den gegebenen Anforderungen, die man an eine Armee im Einsatz stellen muss.
Dass es sich bei der Deutschen Bundeswehr um eine Armee im Einsatz handelt und warum dies der Fall ist, war für die Schülerinnen und Schüler der 13er-Politikgrundkurse von Frau Sylvia Jentzsch-Dauzenroth und Herrn Olaf Dinkela keine grundlegend neue Information. Im Rahmen des Unterrichts hatte man sich ausgiebig im thematischen Feld der internationalen Beziehungen bewegt; von der bipolaren Konfrontation des Kalten Krieges und deren Ende im Zuge eines sich einigenden Europas, hin zu jener Zeit, als die Deutsche Armee mit ihrem friedenserzwingenden Einsatz im Kosovo ihre Unschuld verlor, bis hin zu den durch den internationalen Terrorismus völlig veränderten sicherheitspolitischen Bedingungen der Gegenwart. Doch so lebendig man den Unterricht auch gestalten mag, so sehr man sich auch bemüht, derartige Themen erfahrbar zu machen, es reicht nicht heran an das tatsächliche Erlebte vor Ort. Dies hatte der Offizier Frank Schmidt zu bieten, der in Afghanistan als Pionier direkt am Wiederaufbau des destabilisierten Landes im Rahmen der Friedensmission ISAF beteiligt war und seine Erfahrungen, die er dort gesammelt hat, nun an die Schülerinnen und Schüler weiter geben konnte.
Mit regem Interesse richteten die Schülerinnen und Schüler noch lange nach dem eigentlichen Vortrag ihre Fragen an den Jugendoffizier, der gerne und in sympathischer Art Rede und Antwort stand. Für alle Beteiligten bedeutete diese Veranstaltung weiterführende Impulse – für den Unterricht aber auch innerhalb der gegenwärtigen politischen Debatte, in der wieder einmal unser Beitrag zum Schicksal Afghanistans verhandelt wird. |