Gießener Anzeiger vom 22.09.2006:

Hohe Auszeichnung für interkulturelle Arbeit

Ricarda-Huch-Schule mit 8000-Euro-Förderpreis der Herbert-Quandt-Stiftung belohnt - Karin Wolff überreichte Urkunde

Trialog der Kulturen
Erfolgreiche Teilnahme

 

Karin Wolff gratulierte
Brigitte Itzerott,
Büsra Bilgin und
Hannah Ohlmeyer
(v.l.n.r.).

Bildquelle: privat

GIESSEN (rsj). Eine hohe Auszeichnung hat die Ricarda- Huch-Schule (RHS) für ihre interkulturelle Arbeit erhalten. Ihr wurde im Rahmen des Wettbewerbs "Schulen im Trialog - Europäische Identität und kultureller Pluralismus" der Herbert-Quandt-Stiftung ein mit 8000 Euro dotierter Förderpreis verliehen. Die Verleihung fand im Herbert-Quandt-Haus in Bad Homburg v.d.H. statt. Bei der feierlichen Veranstaltung erhielten auch vier andere hessische sowie eine thüringische Schule Preise von bis zu 17000 Euro. Die Urkunden wurden von Kultusministerin Karin Wolff überreicht.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs waren dazu angehalten, während des Schuljahres 2005/2006 Projekte zu entwickeln, die das Bewusstsein um das gemeinsame geschichtliche und kulturelle Erbe von Christentum, Judentum und Islam sowie das Wissen über die eigene Identität vermehren und vermitteln könnten. Die Schulen als "kulturelle Schmelztiegel" seien der ideale Ort für die Umsetzung, sagte Karin Wolff. "Junge Menschen können hier Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens lernen und in die Gesellschaft tragen", so Wolff.

Die Teilnahme der RHS am Wettbewerb ging direkt von Schülern aus, die auf den Wettbewerb aufmerksam wurden. Da die RHS schon seit Jahren mit Engagement auf ähnlichem Gebiet gearbeitet hatte (z.B. die alljährlichen Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht am 9. November 1938), waren die Schüler sich sicher, dass ihre Schule die richtige für einen solchen Wettbewerb war, und trugen den Vorschlag an ihre Lehrer heran.

So wurden im vergangenen Schuljahr Ausstellungen, Autorenlesungen oder Podiumsdiskussionen mit Vertretern der drei Religionen organisiert. Der Dank der Schule gilt dabei den schulexternen Partnern, wie der Christlich-Islamischen Gesellschaft und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Als herausragend lobte die elfköpfige Jury die sorgfältige Dokumentation der Projekte durch die Projektleiterin Brigitte Itzerott.

Insgesamt wurden 25 Schulen aus Hessen, Thüringen und Baden-Württemberg ausgewählt, die an der Preisausschreibung teilnehmen durften. Die Ehrung jeder Preisträger-Schule wurde von einem kurzen Film oder einer Präsentation begleitet, welche die im Rahmen des Wettbewerbs gestarteten Projekte vorstellten.

Für die RHS nahmen Schulleiter Richard Breidert, Projektleiterin Brigitte Itzerott, Christel Buseck, Rolf Weinreich und Schulpfarrerin Sabine Roth-Nagel gemeinsam mit den Schülerinnen Büsra Bilgin, Hannah Ohlmeyer und Franziska Peters die Urkunde entgegen.

Das Preisgeld für die RHS soll für weitere Projekte auf dem gleichen Gebiet verwendet werden. Möglich ist beispielsweise die Teilnahme an dem bundesweiten Projekt "Stolpersteine". Mit den in den Boden eingelassenen Gedenksteinen soll an die jüdischen Schülerinnen erinnert werden, die der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten zum Opfer fielen.

© RHS Giessen 2008