Schauen wir uns das Hauptportal genauer an. Die schwere Holztüre ist einfasst von rötlichem Sandstein. Zwei Säulen tragen eine Deckplatte, auf der ein Schriftband zu sehen ist. Ein Löwen- und ein Wolfskopf schmücken die Ecken. Die Säulen sind im unteren Teil von einem Relief von stilisierten Bambusrohren überzogen.

Oben in der runden Steineinfassung der Tür thront ein dicker Frosch. In den Hohlkehlen der Einfassung scheinen Bienen nach oben zu krabbeln. Die Bienen dürften als Symbole für Fleiß stehen… Einen eindeutigeren Hinweis auf das Geschehen im Gebäude finden wir in den Ecken: ein aufgeschlagenes Buch und ein Globus mit Zirkel, Zeichen für Geistes- und Naturwissenschaften.
Im schmiedeisernen Gitter vor den Türfenstern sind je sechs Köpfe im Profil dargestellt, die oberen scheinen Papageien wiederzugeben, in der unteren Reihe sind Personen wiedergegeben. Wie schon bei den Tiersymbolen fragt man sich als Betrachter, ob ein Bezug auf Schüler und Lehrer hier ironisch vermittelt wird und in welcher Zuordnung sie zu verstehen sind.
Treten wir in den inneren
Eingangsbereich ein, so erhalten
wir einen Eindruck von der
Material-, Formen- und Farbenvielfalt,
die der Jugendstil liebte:
rote Terrakotta-Fliesen, begrenzt
von grauen Steinbändern,
Granitstufen, in unterschiedlichen
Farben gekachelte
Wandsockel, die von einer
Bordüre jugendstiltypischer
Schmuckkacheln mit stilisierten
Naturmotiven abgeschlossen
werden: Schmetterlingsflügel,
Rose, Seerosenblatt, Seerose.
Zu beiden Seiten der Schwingtüre zum Treppenhaus sehen wir eine
reich verzierte Fenstereinfassung im Renaissance-Stil. Zu den Seiten
versenkte Reliefs, die Früchte und Blätter darstellen, im Aufsatz ein
Blätterkranz mit Wappen, über dessen Rand ein Putto hervorschaut.
Hinter einem dieser Ädikulafenster befand sich früher die Loge des
Hausmeisters. Das Fenster auf der anderen Seite diente nur der
Symmetrie. Wie auch an anderen Teilen des Gebäudes deutlich wird,
werden neben typischen Jugendstilformen auch Anlehnungen an
verschiedene historische Stile verwendet, besonders Renaissance und
Spätgotik. Dieses Zitieren war üblich im Historismus. Der Jugendstil
löste sich davon, indem er eine eigene Formensprache entwickelte.
Durch die noch original erhaltene, weiß lackierte Flügeltür kommen
wir ins Haupttreppenhaus. Dieser Bereich ist bestimmt durch vier
Säulen: hochgezogener, eckiger Sockel, sich leicht verjüngender
Säulenschaft, mit steinernem Blattwerk und Früchten verziertes
Kapitell.
Auf dem Sockel der Säulen
vermitteln Tierskulpturen den
Eindruck von dort herumkriechenden
Tierchen:
Salamander, Bienen, Schildkröten,
Käfer, Spinnen, usw.
Diese
Kleinskulpturen sind erst in
späterer Zeit von Schülerinnen bemalt worden.
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